Über Stock und Stein

Mountainbike im Lamer Winkel und Bayerischen Wald

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Kategorie: International (Seite 2 von 7)

Lam – Zwercheck – Jezerní hora – Špičák – Černé jezero – Osser – Lam

Am Brückentag Freitag stand eine „Hike & Bike“ Tour an. Es stand ziemlich bald fest dass es Richtung Zwercheck zum Jezerní hora übern Špičák zum Osser gehen sollte. Nach stundenlangen planen und studieren der Landkarten wusste ich genau wo ich mein Bike tragen musste. Meine Planungen waren gar nicht mal so schlecht, ich kam auf ca. zwei Kilometer die ich nicht fahren konnte.
In Summe hatte ich mein Bike dann ca. 1,5 Kilometer am Rücken und nochmal einen Kilometer wurde geschoben.

Gegen 9:40 war ich dann unterwegs zur Sommerau wo ich über die Ebensäge zur Scheibe hochkurbelte. Die Auffahrt war relativ unspektakulär Asphalt und Forststraßen. Zum Einkurbeln aber genug. Nach 14 Kilometern und gute 500 Höhenmetern war ich dann am Abzweig zum Zwercheck. Noch ein kräftiger Schluck aus der Trinkblase, ein Blick auf´s  GPS wie weit es genau ist bis zum Grenzkamm und das Mountain Bike auf dem Rucksack platziert und los ging die Wanderung. Ab jetzt ging es nur noch Bergauf.

 

Nach einen Kilometer voller Qualen erreichte ich dann den Grenzstein Nr. 30. Endlich oben.
Ein Abstecher zum „Zwerchecker Naturkino“ war leider nicht drin, obwohl ich die meisten Höhenmeter schon hinter mich gebracht hatte, standen immer noch 23 Kilometer auf dem Plan.

 

 

Ab jetzt tauschen mein Bionicon und ich wieder die Rollen. Mit gesenkter Sattelstütze umfuhr ich den Grenzstein und fuhr auf einen manchmal kaum erkennbaren Pfad zum

Jezerní hora.  Ganze zwei Kilometer schlängelte sich der Trail mal mehr mal weiniger kniffelig zum Jezerní hora hinauf. Wobei hinauf kann man eigentlich nicht mehr sagen, es handelte sich nur noch um 30 Höhenmeter die man gar nicht mehr bemerkte. Was man allerdings bemerkte war der Orkan Kyrill der am 18./19. Jänner 2007 sein Unwesen trieb. So fuhr ich oberhalb der Baumgrenze dahin und genoss die Aussicht. Der Große Arber kam auch zum Vorschein, von dieser Seite und noch dazu auf Augenhöhe ist auch mal ein schöner Anblick. Zum Vergleich der König des Bayerischen Waldes der Große Arber hat 1455,5 m ü. NHN und ich befand mich am Jezerní hora auf 1343 Meter über dem Meer.

 

Ursprünglich wollte ich meine Brotzeit am Jezerní hora zur mir nehmen und gleichzeitig einen Blick auf dem Schwarzen See werfen. Aus dem wurde nichts, da ich keinen Weg gefunden habe der mich dort hinführen könnte. Nationalpark Šumava  und abseits von Wegen passt sowieso nicht.
Erst noch schnell den Singletrail mitnehmen der Anfangs sehr gut beginnt und dann in ein Gestrüpp aus Ästen überging und endete und auf einer Forststraße.
Weiter ging es dann über den über den kleinen Špičák und noch hoch bis zum großen Špičák wo ich dann mit Blick auf den Osser die erste größere Pause machte.

Der Bauch war voll und das Stimmungstief kam direkt nach der Abfahrt im Bikepark Špičák. Schwere Beine und kaum mehr was zu Trinken machten mir zu schaffen. Und am allermeisten haben mir die E-Biker jegliche lust genommen. Trällernd, bei knapp 26 Grad Hitze im Anstieg an mir vorbei. Mahlzeit. Mein Rettungsanker kam kurz vorm Schwarzen See. Endlich Wasser.
Die Tanks waren wieder aufgefüllt und es ging die letzten Kilometern bis zum Schwarzen See auf Asphalt dahin. Naja ich wusste ja bescheid.

Am Černé jezero  auch genannt Schwarzer See machte ich eine längere Pause.
Schuhe aus und die Füße im kalten nass baumeln lassen und die Aussicht genießen.
Genau da oben war ich noch vor gut 2 Stunden.

Das Tief war überwunden jetzt kam die vorletzte Etappe, bis zum Gürtlplatz und dann hoch zum Osser. Nach einem kurzen Anstieg kam eine sehr lange Abfahrt ehe es dann in den krankesten Anstieg ging von dem man Gürtlplatzl fahren kann.
Selber schuld wenn man zu Faul ist auf das GPS zu schauen…

Am Osser angekommen ging es nur noch gen Tal und ab nach Hause. Mit den letzten Körnern ging es den Hauptwanderweg zum Stattel über´s Bergkirchal nach Lam.

 

 

Sterzing – Bozen

Die letzte Tour unserer Alpenüberquerung verlief total unspektakulär.

Bereits nach 3,5 Stunden erreichten wir das 75 km entfernte Bozen.

Unseren Beinen kam es sehr zu Gute, dass nur wenige und kurze Anstiege zu bewältigen waren. Umso mehr freuten wir uns über die langen Abfahrten, in denen wir richtig Fahrt aufnehmen konnten.

Am Bahnhof in Bozen trafen wir uns mit Renate und Wolfgang. Die mussten uns auf Grund des verlorenen Tages, in Mayrhofen, abholen um pünktlich im Hotel am Gardasee  einchecken zu können.

Mayrhofen – Pfitscher Joch – Sterzing

Man war das ein anstrengender Tag.

Nachdem wir das Hotel um kurz nach 8 verlassen haben ging es die folgenden 33 km nur bergauf. Mayrhofen liegt auf knapp 600 m unser Ziel auf 2276 m ü. NN   =-O

Bis zur Mautstelle war die Straße zwar ziemlich steil, aber geteert. (15 km und 90 min Fahrzeit)

Am Tunnel war sehr viel Verkehr. Deshalb mussten wir aus Sicherheitsgründen den Asphalt verlassen und den Mointainbike-Trail nehmen. Auf Nachfrage, wie schwierig der Weg sei, bekamen wir folgende Antwort: „A Guada kimt driwa, a Schlechta kimt wieda!“

Wir wollten nicht zu zweiteren gehören und strampelten fleißig weiter. Nach weiteren 11 krassen Kilometern erreichten wir endlich den Schlegeis-Stausee, dessen Staumauer man schon lange vorher sehen konnte.

Dort legten wir eine längere Erholungspause ein. Man sagte uns am Kiosk, dass es nicht mehr allzu weit sei!!!

Ab hier gab es keine Bikerstrecke mehr. Wir mussten uns den steingen Weg mit ettlichen Wanderern teilen.

Bereits nach kurzer Fahrt entschied ich mich auch zu laufen. Wolfgang hielt durch und fuhr, sobald es die Strecke zuließ.

Nach weiteren 2 anstrengenden Kilometern musste das Rad getragen werden. Der gestrige Regen hatte einen Erdrutsch verursacht und den ursprünglichen Weg verschüttet. Hier waren wir schon bei 2000 hm.

Nun lagen nur noch 5 km und 300 hm vor uns. Auch die gestalteten sich alles andere als einfach. Wolfgang kämpfte sich fahrend, ich schiebend nach oben.

Um 4 Uhr erreichten wir recht hungrig und durstig den höchsten Punkte unsere Tour. Eine Portion Pommes später machten wie uns mit trockener und warmer Kleidung bereit für die Abfahrt.

Diese 33 km legten wir in 2,5 h zurück. Uns fiel gleich auf, dass der Weg auf der italienischen Seite in einem viel besseren Zustand ist, als der der Österreicher.

Insgesamt waren wir an diesem Tag 9 Stunden unterwegs. Davon 5,5 h reine Fahrzeit und 65 km.

 

Alles andere als optimal…

Leider können wir heute nicht unseren Bergtag fahren.

Es ist sehr ungemütlich geworden, Regen, Temperaturen im einstelligen Bereich und die Berge sind in dicken Nebel gehüllt.

 

Der Wetterbericht sagt für morgen besser. Wir hoffen er hat recht…

Kiefersfelden – Mayrhofen

Auch Tag zwei wäre hiermit geschafft. Heute hatten wir mit extremen Gegenwind zu kämpfen. Aber erst mal von Beginn an…

Leider konnten wir gegen 9 Uhr erst loslegen, da das Frühstück vor 8 Uhr nicht möglich war.

Wir verließen Kiefersfelden süd-westlich in Richtung Kufstein. Bei km 20 begann der erste längere Anstieg. Endlich nicht mehr geradeaus fahren. Die Straße schlängelte sich bis Dorf Kurve um Kurve aufwärts. Danach ging es ziemlich flott hinab nach Ausserdorf.

Zufällig trafen wir auf den Jakobsweg. Wir entschieden uns dazu, ihm für ca. 10 km zu folgen.

Bereits nach wenigen Kilometern begann das Abenteuer. Wolfgang’s persönliches Tageshighlight.

Nach dem Extremtrail und genauerer Betrachtung der Wanderkarte erklärte sich uns der „schlechte Weg“. Der ursprüngliche Pfad musste auf Grund von Hangrutschen umgeleitet werden. Wir „fuhren“ die Strecke, die Wolfgang zwischen seinen Fingern zeigt.

Als wir in Brixlegg wieder die Zivilisation erreichten ging es erst am Inn, anschließend am Ziller entlang. Starker Föhn vertrieb das schlechte Wetter, erschwerte uns jedoch die zügige Weiterfahrt. Wir kämpften gute 20 Kilometer gegen den Wind an. Teilweise kam man nur mit 11 km/h voran. Da vergeht einem schnell die Lust am Rad fahren. Noch dazu, wenn sich der Gegenverkehr eins lacht.

Um vier Uhr erreichten wir nach 72 km und 4h 20 min. Fahrzeit unsere heutige Unterkunft.

Nun heißt es entspannen und sich mental auf den morgigen Anstieg vorbereiten – möge der Wettergott gnädig mit uns sein.

 

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Thema von Anders Norén.